Eine Künstlerfamilie
im Wandel der Zeit
Über Franz Gerwin
(1891 - 1960)
Franz Gerwin
Franz Gerwin, geboren in Lünen, studierte an den Kunstschulen in Dortmund und Berlin. Ab 1936 leitete er das Haus der Kunst in Dortmund. Zwischen 1935 und 1944 war er in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter auch in der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München. Mehrere seiner Werke wurden von führenden Nationalsozialisten, darunter Adolf Hitler, angekauft. 1944 wurde er in die sogenannte Gottbegnadeten-Liste aufgenommen – eine Ehrung, die Künstler als „unentbehrlich“ für das NS-Regime auswies.
Seine Bilder von Industriewerken, Wehrbauten und ländlichen Szenen spiegeln sowohl künstlerische Fähigkeiten als auch die politische Vereinnahmung durch das NS-System wider. Nach 1945 geriet sein Werk in eine kritische Diskussion, wurde aber lokal weiterhin ausgestellt und gewürdigt – so benannte seine Heimatstadt Lünen 1999 eine Straße nach ihm.
Diese Webseite versteht sich nicht als unreflektierte Würdigung, sondern als Beitrag zur Erinnerungskultur: Gerwins Kunst soll sichtbar bleiben – als ästhetisches Werk, aber auch als historisches Dokument einer belasteten Zeit.
Franz Gerwin Galerie
Über Klaus Gerwin
(1925 - 2018)
Klaus Gerwin
Klaus Gerwin (geb. 1925) erhielt seine intensive Grundausbildung früh beim Vater und arbeitete bereits in den 1950er-Jahren an Kunst-am-Bau-Projekten; bekannt wurde u. a. die Fassadengestaltung der Landes- und Stadtbibliothek Dortmund. In den 1960ern pendelte er zwischen Hawaii, Kalifornien und Paris, später arbeitete er lange in Portugal; dort entwickelte er eine eigenständige Bildsprache zwischen Abstraktion und Andeutung. Markant ist seine Malerei auf Aluminium (Kasein/Acryl) sowie Metall- und Assemblagearbeiten: Der reflektierende Bildträger bindet Umgebung und Betrachter in die Wahrnehmung ein und verschiebt so den klassischen Bildbegriff. Serien wie „Moments biographiques“ (Silkscreens, Pliages) und „Sur le divan de l’antiquaire de Faro“ (Aquarelle) zeigen seine Spannweite von konzeptuellen Texturen bis zu intimem Interieur — stets mit feinem Understatement statt Pathos. Seine Arbeiten verhandeln Material, Kontext und Zeitgeist (60er/70er Technik-Optimismus) und reflektieren Kunst im öffentlichen Raum wie im Atelier gleichermaßen. Gerwin lebt in Lippstadt; dort zeigte die Städtische Galerie 2015 eine Retrospektive.
Klaus Gerwin Galerie